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Poster

Die zeitliche Illusion des kürzeren Rückwegs

MPG-Autoren
http://pubman.mpdl.mpg.de/cone/persons/resource/persons83985

Huber,  SA
Department Human Perception, Cognition and Action, Max Planck Institute for Biological Cybernetics, Max Planck Society;

http://pubman.mpdl.mpg.de/cone/persons/resource/persons84916

Schröder,  M
Max Planck Institute for Biological Cybernetics, Max Planck Society;

http://pubman.mpdl.mpg.de/cone/persons/resource/persons83857

Chatziastros,  A
Department Human Perception, Cognition and Action, Max Planck Institute for Biological Cybernetics, Max Planck Society;

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Zitation

Huber, S., Schröder, M., & Chatziastros, A. (1998). Die zeitliche Illusion des kürzeren Rückwegs. Poster presented at 1. Tübinger Wahrnehmungskonferenz (TWK 98), Tübingen, Germany.


Zitierlink: http://hdl.handle.net/11858/00-001M-0000-0013-E8CF-4
Zusammenfassung
Wanderer oder Spaziergänger machen häufig die Erfahrung, daß ihnen der Rückweg zeitlich kürzer erscheint als der Hinweg. Ziel unserer Untersuchungen war es, diese zeitliche Illusion experimentell zu belegen und quantitativ zu bestimmen, sowie die Bedeutung der aktiven bzw. passiven Lokomotion für das Zeitempfinden festzustellen. Experiment 1: Acht Versuchspersonen bewegten sich einzeln während der Referenzdauer von 60 sec auf einem Feldweg. Unter Beibehaltung oder Umkehrung der Bewegungsrichtung sollte ein Zeitintervall von 30 sec produziert werden. Zusätzlich wurde die Bedingung der Bewegungsart variiert - die Versuchspersonen liefen oder wurden passiv in einem Rollstuhl geschoben. Jede Versuchsperson gab 4 Schätzungen ab. Experiment 2: 16 Versuchspersonen beobachteten auf einer 180 Grad Projektionsleinwand eine Fahrt mit konstanter Geschwindigkeit von 5 km/h in einer virtueller Umgebung. Wiederum sollten die Versuchspersonen nach einer Referenzdauer von 60 sec das Ende eines 30 sec Intervalls anzeigen. Unter Variation der Bedingung “Bewegungsrichtung”, gab jede Versuchsperson 12 Schätzungen ab. Experiment 3: Wie Experiment 2, jedoch wurde die Instruktion abgewandelt. Anhand einer vorgegebenen Referenzstrecke (Dauer der Fahrt: 60 sec), sollten 12 der Versuchspersonen aus Experiment 2 die halbe Streckenlänge produzieren. Die produzierten Zeitintervalle waren im Mittel signifikant länger als 30 sec (43.0 sec, s=10.5 sec, p<0.0001). Die Schätzungen verbesserten sich über die Durchgänge nicht - tendenziell wurden längere Zeitintervalle produziert. Bei Umkehr wurde ein längeres Zeitintervall produziert als bei Beibehaltung der Bewegungsrichtung. Dieser Unterschied war in Experiment 1 (5.1 sec, p<0.02) und Experiment 2 (4.4 sec, p<0.01) vergleichbar. Dieser Unterschied ließ sich selbst bei wiederholten Durchgängen feststellen. Zwischen aktiver und passiver Lokomotionsart zeigte sich kein Unterschied. Der Effekt der Bewegungsrichtung kehrte sich jedoch um, wenn Strecken geschätzt werden sollten, so daß auf einem Rückweg eine kürzere Strecke produziert wurde als bei Weiterfahrt (p<0.001). Bei Bewegungsumkehr war die Schätzung am genauesten. Auf der Weiterfahrt war die Überschätzung der Distanz vergleichbar mit der Überschätzung in der Zeit. Bei der zeitlichen Illusion des kürzeren Rückwegs handelt es sich nicht um einen sog. “time-order-error” (das zweite zweier gleich langer Intervalle wird als kürzer erlebt). Gängige Informationsverarbeitungsmodelle zur Zeitwahrnehmung können diesen Befund nicht erklären, da sie bei Erhöhung der Bekanntheit desWeges eine Verlängerung der Zeitschätzung vorhersagen würden. Eine erhöhte Bekanntheit desWeges durch mehrmalige Darbietung, veränderte in unseren Experimenten jedoch nicht die zeitliche Illusion des kürzeren Rückwegs. Das saliente Ereignis des Umdrehvorgangs zwischen Referenz- und Produktionsintervall scheint dagegen einen Einfluß zu haben. Während die Zeitschätzung unabhängig von der Distanzinformation erfolgte, wurde die Strecke bei Beibehaltung der Bewegungsrichtung weitgehend aufgrund der subjektiv erfahrenen Zeit geschätzt.