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Poster

Zeitverlauf der Adaptation für chromatische Diskrimination und Farberscheinung

MPS-Authors
http://pubman.mpdl.mpg.de/cone/persons/resource/persons84173

Rinner,  O
Department Human Perception, Cognition and Action, Max Planck Institute for Biological Cybernetics, Max Planck Society;

http://pubman.mpdl.mpg.de/cone/persons/resource/persons83926

Gegenfurtner,  KR
Department Human Perception, Cognition and Action, Max Planck Institute for Biological Cybernetics, Max Planck Society;

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Fulltext (public)
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Supplementary Material (public)
There is no public supplementary material available
Citation

Rinner, O., & Gegenfurtner, K. (1999). Zeitverlauf der Adaptation für chromatische Diskrimination und Farberscheinung. Poster presented at 2. Tübinger Wahrnehmungskonferenz (TWK 99), Tübingen, Germany.


Cite as: http://hdl.handle.net/11858/00-001M-0000-0013-E705-1
Abstract
Chromatische Adaptation ist ein zentraler Mechanismus des Farbensehens, der die Basis für annähernde Farbkonstanz über einen weiten Bereich von Beleuchtungsbedingungen ist. Ziel unserer Untersuchung war es, den Zeitverlauf der chromatischen Adaptation für Farbunterscheidung und Farberscheinung im Bereich von Millisekunden bis Minuten zu bestimmen. Uns interessierte, ob der zeitliche Verlauf für die beiden Phänomene, denen gewöhnlich verschiedene Verarbeitungsebenen zugeschrieben werden, unterschiedlich ist, und ob sich Unterschiede entlang verschiedener Farbachsen finden lassen. Die Versuchspersonen adaptierten auf einen uniformen Hintergrund, der aus einem Monitor und einer 60x60 Grad großen Wand aufgebaut war, die mit computergesteuerten Neonlampen beleuchtet wurde. Nach Umschalten des Hintergrunds auf die adaptierende Farbe, die entlang einer der kardinalen rot-grün (L-M) oder blau-gelb (S-(L+M)) Achsen lag, wurden zu definierten Zeitpunkten von 500 ms bis 2 min Adaptationsdauer Reize dargeboten und die Schwellen für jeden Zeitpunkt bestimmt. Für die Messung der Zeitabhängigkeit der Farberscheinung wurde mit demselben Verfahren durch Grauwerteinstellung der Zeitverlauf der Farbinduktion bestimmt. Um die schnellen Komponenten der Adaptation zu messen, wurde ein modifiziertes Paradigma eingesetzt. Die Reize wurden 8 ms bis 500 ms nach Umschalten auf die adaptierende Farbe dargeboten. Readaptation auf die Referenzfarbe erfolgte nach jedem Reiz. Wir fanden drei Komponenten für den Zeitverlauf der Farberscheinung und chromatischen Diskrimination. Zwei Komponenten, ein langsamer exponentieller Abfall mit einer Zeitkonstante von 20 - 30 s und ein schneller Mechanismus mit einer Zeitkonstante von 100 - 200 ms, sind Farberscheinung und -unterscheidung gemeinsam. Ausschließlich für die Farberscheinung fanden wir eine extrem schnelle Komponente mit einer Halbwertszeit von höchstens 10 ms, die den überwiegenden Anteil der Gesamtadaptation ausmacht. Für L-M und S-(L+M) Achse ergaben sich keine systematischen Unterschiede. Wir schließen aus den Ergebnissen, daß der schnellste chromatische Adaptationsmechanismus, der sich nur für die Farberscheinung finden läßt, nicht auf einer unteren Verarbeitungsebene angesiedelt ist, sondern Te il eines höheren Verarbeitungsmechanismus ist.