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Poster

Retinale und kortikale Beiträge zu Farbadaptation und Farbkonstanz

MPG-Autoren
http://pubman.mpdl.mpg.de/cone/persons/resource/persons83926

Gegenfurtner,  KR
Department Human Perception, Cognition and Action, Max Planck Institute for Biological Cybernetics, Max Planck Society;

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Zitation

Gegenfurtner, K. (2000). Retinale und kortikale Beiträge zu Farbadaptation und Farbkonstanz. Poster presented at 3. Tübinger Wahrnehmungskonferenz (TWK 2000), Tübingen, Germany.


Zitierlink: http://hdl.handle.net/11858/00-001M-0000-0013-E555-E
Zusammenfassung
Unter Farbkonstanz versteht man die Fähigkeit des visuellen Systems, die Farbe von Objekten als relativ konstant unter sich verändernden Beleuchtungsbedingungen wahrzunehmen. Obwohl es verschiedenen Modelle gibt, die theoretisch relativ gute Farbkonstanzleistungen erzielen können, ist bisher immer noch unklar, ob Farbkonstanz bereits in retinalen Schaltkreisen erreicht wird, oder ob dazu kortikale Mechanismen nötig sind. Wenn farbige Reize von großen farbigen Flächen umgeben werden, dann haben diese Umfeldreize enormen Einfluß nicht nur auf die Farberscheinung, sondern auch auf die Unterscheidbarkeit. In Experimenten mit schnellen Umfeldänderungen konnten wir drei Prozesse mit underschiedlichen Zeitkonstanten identifizieren. Ein langsamer Prozess mit einer Halbwertszeit von ca. 30 s und ein schnellerer Prozess mit einer Halbwertszeit von 50-100 ms traten sowohl bei Farberscheinung und Farbunterscheidung auf. Der schnellste Prozess jedoch, der ca. 70 der gesamten Farbänderung bei Beleuchtungswechseln erklärte und eine Halbwertszeit von weniger als 20 ms hatte, trat nur bei der Farberscheinung auf. Daher muss dieser Prozess, der wohl auf globale Reiz-Umfeld-kontraste zurückgeht, auf einer späteren Verarbeitungsebene stattfinden als die langsameren. Mit anderen Worten, die Bestimmung der Farberscheinung findet erst nach der Farbunterscheidung statt. Der Einfluß von Beleuchtungsänderungen wird also auf einer kortikalen Ebene korrigiert. Diese Ergebnisse stehen im Einklang mit Untersuchungen an Patienten mit kortikalen Hirnläsionen (Rüttiger et al., 1999). In dieser Studie fanden wir Patienten, die ein selektives Defizit für Farbkonstanz bei unbeeinträchtigter Farbunterscheidung aufwiesen. Drei dieser Patienten hatten Läsionen in einem Bereich des Temporalkortex, der bisher nicht mit Farbwahrnehmung in Verbindung gebracht wurde. Diese Ergebnisse belegen, daß Farbkonstanzleistungen in erster Linie von spezialisierten kortikalen Mechanismen erbracht werden, und daß diese Mechanismen unabhängig von anderen Farbwahrnehmungsleistungen sind.