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Nachweis zentral-auditiver Kompensationsvorgänge bei einseitiger Ertaubung mit funktioneller Magnetresonanztomographie [Evidence of Central-Auditory Compensation in Unilateral Deafpatients Detected by Functional MRI]

MPS-Authors
http://pubman.mpdl.mpg.de/cone/persons/resource/persons84187

Scheffler,  K
Department High-Field Magnetic Resonance, Max Planck Institute for Biological Cybernetics, Max Planck Society;

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Citation

Tschopp, K., Schillinger C, Schmid N, Rausch M, Bilecen, D., & Scheffler, K. (2000). Nachweis zentral-auditiver Kompensationsvorgänge bei einseitiger Ertaubung mit funktioneller Magnetresonanztomographie [Evidence of Central-Auditory Compensation in Unilateral Deafpatients Detected by Functional MRI]. Laryngo-Rhino-Otologie, 79(12), 753-757. doi:10.1055/s-2000-9136.


Cite as: http://hdl.handle.net/11858/00-001M-0000-0013-E3E0-4
Abstract
Hintergrund: Die funktionelle Magnettomographie (fMRI) ist eine nicht-invasive Methode, um lokale Hirnaktivität mit einem hohen räumlichen Auflösungsvermögen nachzuweisen. Akustische Stimulation führt zu einer Zunahme der Durchblutung im Gyrus temporalis superior. Die dadurch entstehende Anreicherung von Oxyhämoglobin kann mit T2*-gewichteten MRI-Bildern dargestellt werden. Mit fMRI konnte bei normalhörenden Probanden gezeigt werden, dass die zentralen Hörbahnen zu einem überwiegenden Anteil zum kontralateralen temporalen Kortex kreuzen. In der vorliegenden Arbeit wird die Hirnaktivität im Gyrus temporalis superior bei einseitig Ertaubten untersucht. Methode: 14 einseitig ertaubte Patienten wurden mit fMRI untersucht. Die Ertaubung lag im Durchschnitt 22 Jahre zurück. Die akustische Stimulation erfolgte mit gepulsten 1000 Hz-Tönen bei 100 dB SPL, und zwar jeweils monaural links und rechts in balancierter Reihenfolge. Die Untersuchungen erfolgten mit einem 1.5 T Siemens Vision Scanner unter Verwendung der EPI (echo planar imaging) Aufnahmetechnik. Die Bilddaten wurden mit dem Softwarepaket SPM96 ausgewertet. Zur Unterscheidung von aktivierten und nicht-aktivierten Pixeln wurde eine Signifikanzschwelle von p < 0,01 verwendet. Die Anzahl aktivierter Pixel stellt ein Maß für die Änderung der fokalen Hirndurchblutung dar. Ergebnisse: Bei allen Patienten konnte mit fMRI nach Stimulation des hörenden Ohres eine signifikante Zunahme der T2*-gewichteten Signalintensität im Gyrus temporalis superior nachgewiesen werden. Es bestanden jedoch große individuelle Unterschiede in der Größe des aktivierten Areals. Die Lateralisationsratio wurde durch das Verhältnis der aktivierten Pixel zwischen der hörenden und ertaubten Seite ausgedrückt. Die mittlere Lateralisationsratio betrug 0,9 (Stdv. ± 0,6). Bei rechtseitiger Ertaubung (n = 8) fand sich eine nahezu ausgeglichene Aktivierung in beiden Hörrinden (Lateralisationsratio 1,1 ± 0,7), während bei linksseitiger Ertaubung eine Tendenz zu einer geringeren ipsilateralen kompensatorischen Aktivität in der rechten Hörrinde bestand (Lateralisationsratio 0,6 ± 0,3). Der Unterschied war allerdings nicht signifikant (Wilcoxon-Test: p = 0,08). Schlussfolgerung: Bei einseitiger Ertaubung konnten zentral-auditive Kompensationsvorgänge nachgewiesen werden. Die akustische Stimulation des hörenden Ohres führte zu einer bilateralen Aktivierung der temporalen Hirnrinde, welche vergleichbar ist mit einer binauralen akustischen Stimulation bei Normalhörenden.