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Der Flash-lag Effekt: Lässt sich eine neuronale Latenzdifferenz für die Wahrnehmung bewegter und geblitzter visueller Reize mit TMS nachweisen?

MPS-Authors
http://pubman.mpdl.mpg.de/cone/persons/resource/persons84290

Vorwerg,  M
Former Department Comparative Neurobiology, Max Planck Institute for Biological Cybernetics, Max Planck Society;
Department Human Perception, Cognition and Action, Max Planck Institute for Biological Cybernetics, Max Planck Society;

http://pubman.mpdl.mpg.de/cone/persons/resource/persons84000

Kammer,  T
Department Human Perception, Cognition and Action, Max Planck Institute for Biological Cybernetics, Max Planck Society;
Former Department Comparative Neurobiology, Max Planck Institute for Biological Cybernetics, Max Planck Society;

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Supplementary Material (public)
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Citation

Vorwerg, M., & Kammer, T. (2002). Der Flash-lag Effekt: Lässt sich eine neuronale Latenzdifferenz für die Wahrnehmung bewegter und geblitzter visueller Reize mit TMS nachweisen?. Poster presented at 5. Tübinger Wahrnehmungskonferenz (TWK 2002), Tübingen, Germany.


Cite as: http://hdl.handle.net/11858/00-001M-0000-0013-E034-4
Abstract
Ein sich bewegendes Objekt in der Außenwelt unterliegt durch neuronale Laufzeiten von der Retina bis zur bewussten Wahrnehmung ebenso einer Latenzzeit wie ein geblitztes. Wenn man jedoch an räumlich korrespondierender Stelle zu einem bewegten Stimulus einen zweiten blitzt, dann wird der geblitzte als zurückliegend wahrgenommen; ein Effekt, der als “flash-lag effect” (FLE) bekannt wurde (Nijhawan 1994). Eines der Erklärungsmodelle beruht auf unterschiedlichen visuellen Wahrnehmungslatenzen. Wir verwendeten die transkranielle Magnetstimulation (TMS) über dem okzipitalen Kortex, um Laufzeitunterschiede bewegter und geblitzter Stimuli nachzuweisen. Drei Versuchspersonen gaben in einem ersten psychophysischen Experiment durch Tastendruck (2AFC) an, ob sie eine sich horizontal bewegende Linie links oder rechts von einer geblitzten gesehen hatten. Im zweiten Experiment wurde untersucht, zu welchem Zeitpunkt TMS die visuelle Verarbeitung der geblitzten Linie stört (temporaler 2AFC, t2AFC). Im dritten Experiment wurde die Wahrnehmung der bewegten Linie mit TMS maskiert (t2AFC). Dazu wurde diese kurz ausgeblendet, wodurch in der Trajektorie eine Lücke entstand, die das zu störende Ereignis darstellte. Im ersten Experiment fanden wir einen FLE von über 70ms (73,6ms - 83,6ms). Die Wahrnehmung der geblitzten Linie wurde durch TMS mit einer SOA zwischen 75 und 125ms gestört. Mit bewegten Stimuli ergab sich ein Maximum der Maskierung durch TMS ebenfalls zwischen 75 und 125ms SOA. In den bisher durchgeführten Messungen lässt sich mit TMS über dem visuellen Kortex kein Laufzeitunterschied für geblitzte und bewegte Objekte nachweisen. Dies deutet entweder darauf hin, dass eine Latenzdifferenz erst auf einer höheren Verarbeitungsebene entsteht, oder dass dem “flash-lag effect” ein anderer Mechanismus zugrunde liegt.