de.mpg.escidoc.pubman.appbase.FacesBean
Deutsch
 
Hilfe Wegweiser Datenschutzhinweis Impressum Kontakt
  DetailsucheBrowse

Datensatz

DATENSATZ AKTIONENEXPORT

Freigegeben

Hochschulschrift

Genetische Populationsvergleiche mit gengekoppelten und anonymen Mikrosatelliten: auf der Suche nach Markern unter Selektion

MPG-Autoren
http://pubman.mpdl.mpg.de/cone/persons/resource/persons56849

Oetjen,  Katharina
Department Ecophysiology, Max Planck Institute for Limnology, Max Planck Institute for Evolutionary Biology, Max Planck Society;

http://pubman.mpdl.mpg.de/cone/persons/resource/persons56884

Reusch,  Thorsten
Department Ecophysiology, Max Planck Institute for Limnology, Max Planck Institute for Evolutionary Biology, Max Planck Society;
Department Evolutionary Ecology, Max Planck Institute for Evolutionary Biology, Max Planck Society;

Externe Ressourcen
Es sind keine Externen Ressourcen verfügbar
Volltexte (frei zugänglich)

KOetjen_Diplom.pdf
(Verlagsversion), 2MB

Ergänzendes Material (frei zugänglich)
Es sind keine frei zugänglichen Ergänzenden Materialien verfügbar
Zitation

Oetjen, K. (2006). Genetische Populationsvergleiche mit gengekoppelten und anonymen Mikrosatelliten: auf der Suche nach Markern unter Selektion. Diploma Thesis, Christian-Albrechts-Universität, Kiel.


Zitierlink: http://hdl.handle.net/11858/00-001M-0000-000F-D8C8-D
Zusammenfassung
Natürliche Selektion wird als der Schlüsselprozess der Evolution betrachtet und trägt maßgeblich zur Anpassung von Arten an ihre Umwelt bei. Während Selektion auf der Ebene des Phänotyps unzählige Male nachgewiesen wurde, ist die Frage nach der genetischen Basis selektiver Prozesse immer noch zu großen Teilen ungeklärt. Im Zentrum der modernen Evolutionsbiologie steht deshalb die Frage, wie Genotyp und Phänotyp ursächlich zusammenhängen. Molekulargenetische Techniken ermöglichen es uns heute, genetische Marker zur Suche nach Selektion zu verwenden. Marker, die räumlich nahe bestimmter Gene liegen, spiegeln die durch Selektion entstandenen Veränderungen dieser Gene wieder. Beim ‚Genome Scanning’ werden zahlreiche Genloci in verschiedenen Populationen untersucht. Das Ziel ist, Unterschiede in der Populations-Differenzierung verschiedener Loci zu ermitteln. Loci, die von der Neutralität abweichendes Verhalten aufweisen, werden als Kandidaten für Loci unter Selektion identifiziert. Ich entwickelte erstmals in einer marinen Blütenpflanze, dem großen Seegras Zostera marina, 14 EST-Mikrosatelliten und kombinierte diese einem ‚Genome Scan’ mit 11 anonyme Mikrosatelliten. Während anonyme Mikrosatelliten zufällig im Genom verstreut liegen, sind EST-Mikrosatelliten eng an bekannte Gene gekoppelt. Ich untersuchte drei Z. marina-Populationspaare, deren Standorte sehr unterschiedliche Umweltbedingungen aufwiesen. Der Habitatkontrast hatte erkennbare Auswirkungen auf morphologische Eigenschaften und Life- History-Traits der Pflanzen, eventuelle genetische Unterschiede sollten mit Hilfe des ‚Genome Scans’ erfasst werden. In diesem neuartigen Versuchsdesign, das drei Replikate des Versuchsansatzes beinhaltete, identifizierte ich Loci mit von der Neutralität abweichendem Verhalten mittels zweier verschiedener Methoden. Die beiden verwendeten Modelle gehen von verschiedenen Voraussetzungen aus und identifizieren daher unterschiedliche Loci als Kandidaten für Loci unter Selektion. Außerdem untersuchte ich, ob sich anonyme und gengekoppelte Mikrosatelliten im Ausmaß ihrer Populationsdifferenzierung unterschieden. Meine Ergebnisse weisen darauf hin, dass bei Z. marina kein Unterschied im Verhalten von gengekoppelten und anonymen Mikrosatelliten auftritt. ESTMikrosatelliten zeigten weder eine geringere noch eine stärkere Differenzierung als anonyme Mikrosatelliten und wurden auch nicht häufiger als Kandidaten für Loci unter Selektion identifiziert. Ich konnte zwei anonyme und drei gengekoppelte Mikrosatelliten identifizieren, deren Verhalten nicht mit der Selektionsneutralität übereinstimmte. Von den drei gengekoppelten Mikrosatelliten war einer an eine saure Phosphatase gekoppelt, ein Locus lag nahe bei dem Gen eines unbekannten Proteins. Der Interessanteste Kandidat für einen Locus unter Selektion ist der Mikrosatellit C_P07_28, welcher an das Gen eines Nodulins gekoppelt ist. Noduline sind Proteine aus der Gruppe der Aquaporine, welche Wasserkanäle in Zellmembranen bilden. Es ist wahrscheinlich, dass die divergierende Selektion, die zu der Differenzierung an diesem Locus geführt hat, in Zusammenhang mit dem Wasserhaushalt von Z. marina steht. Meine Ergebnisse zeigen, dass mit Hilfe von ‚Genome Scans’ die genetischen Hintergründe ökologischer Anpassungen beleuchtet werden können. Da ‚Genome Scans’ verwendet werden können, um Gene zu identifizieren, die bei der Anpassung natürlicher Populationen eine Rolle spielen, sind sie ein wertvolles Mittel für das Management ökologisch wertvoller oder bedrohter Arten.