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Hochschulschrift

Verhaltensbiologische und genetische Untersuchungen zu Paarungsbarrieren zwischen Populationen des Dreistachligen Stichlings (Gasterosteus aculeatus) in Schleswig-Holstein

MPG-Autoren
http://pubman.mpdl.mpg.de/cone/persons/resource/persons56931

Seiffert,  Birte
Department Evolutionary Ecology, Max Planck Institute for Evolutionary Biology, Max Planck Society;

http://pubman.mpdl.mpg.de/cone/persons/resource/persons56884

Reusch,  Thorsten
Department Ecophysiology, Max Planck Institute for Limnology, Max Planck Institute for Evolutionary Biology, Max Planck Society;
Department Evolutionary Ecology, Max Planck Institute for Evolutionary Biology, Max Planck Society;

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Volltexte (frei zugänglich)

Birte_Seiffert_Diplomarbeit.pdf
(Verlagsversion), 495KB

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Zitation

Seiffert, B. (2006). Verhaltensbiologische und genetische Untersuchungen zu Paarungsbarrieren zwischen Populationen des Dreistachligen Stichlings (Gasterosteus aculeatus) in Schleswig-Holstein. Diploma Thesis, Christian-Albrechts-Universität, Kiel.


Zitierlink: http://hdl.handle.net/11858/00-001M-0000-000F-D8C5-4
Zusammenfassung
Zwischen See- und Flusspopulationen von G. aculeatus in Schleswig-Holstein findet kein oder kaum Genfluss statt. Da prinzipielle geografische Barrieren fehlen, müssen ökologische oder ethologische Paarungsbarrieren vorhanden sein. Eine Möglichkeit wäre assortative Partnerwahl anhand olfaktorischer Signale durch die Weibchen. Weibliche Stichlinge wählen Paarungspartner u.a. anhand von Signalen über die Kombination der MHC Klasse IIB-Allele der potentiellen Partner. Da sich See- und Flusspopulationen am MHC Klasse IIB unterscheiden, ist es denkbar, dass die Weibchen anhand dieser Unterschiede assortativ paaren. In dieser Arbeit habe ich das Vorhandensein eines solchen Mechanismus in zwei Experimenten untersucht. In Versuchen zur MHC-abhängigen Partnerwahl zeigten die Weibchen allerdings keine Bevorzugung eines Männchens mit MHC-Genotyp aus dem Ursprungshabitat gegenüber einem Männchen mit MHC-Genotyp aus dem fremden Habitat. Entsprechend zeigten die Weibchen in Versuchen zur habitatabhängigen Partnerwahl keine Präferenz für ein Männchen aus dem Ursprungshabitat gegenüber einem fremden Männchen anhand allgemeiner olfaktorischer Signale. Meine Arbeit lässt daher vermuten, dass die Paarungsbarriere zwischen See- und Flusspopulationen von G. aculeatus nicht auf assortativer Partnerwahl der Weibchen aufgrund olfaktorischer Signale basiert. Allerdings kann ich eine olfaktorische Paarungsbarriere auch nicht sicher ausschließen. Die Habitate See und Fluss unterscheiden sich ökologisch in verschiedenen Punkten. Divergierende Selektion kann daher zu Unterschieden in vielen morphologischen oder ethologischen Merkmalen führen, auf denen die reproduktive Isolation zwischen See- und Flusspopulationen beruhen kann. Ein weiterer Schritt sollte demnach darin bestehen, andere mögliche Faktoren für das Vorhandensein der genetischen Divergenz zwischen See- und Flusspopulationen von G. aculeatus zu betrachten.