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Hochschulschrift

Untersuchungen an Schaben in Zentral-Amazonien (Insecta: Oothecariformia: Blattodea)

MPG-Autoren
http://pubman.mpdl.mpg.de/cone/persons/resource/persons56570

Adis,  J.
Working Group Tropical Ecology, Max Planck Institute for Limnology, Max Planck Institute for Evolutionary Biology, Max Planck Society;

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Fritzsche Endfassung.pdf
(Verlagsversion), 2MB

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Zitation

Fritzsche, I. (2006). Untersuchungen an Schaben in Zentral-Amazonien (Insecta: Oothecariformia: Blattodea). Diploma Thesis, Hochschule Anhalt (FH) (Abt. Bernburg), Bernburg.


Zitierlink: http://hdl.handle.net/11858/00-001M-0000-000F-D854-4
Zusammenfassung
Die Fortpflanzungsstrategien der Schaben zweier benachbarter Wäldern, dem Igapó und der Terra firme, wurde in dieser Arbeit untersucht. Ein ähnliches Verhältnis an ovoviviparen und oviparen Schabenarten ist in beiden Gebieten zu finden gewesen. Die Vermutung, dass mehr ovovivipare Arten im SchwarzwasserÜberschwemmungsregenwald zu finden sein müssten konnte erstaunlicherweise nicht bestätigt werden. Es konnte nicht gezeigt werden, dass eine Anpassung an den Überschwemmungswald hinsichtlich der Fortpflanzungsstrategie besteht. In den Epiphyten wurden ovipare und ovovivipar Arten per Handaufsammlung gefangen. Ein Vergleich beider Fortpflanzungsstrategien auf Morphospeziesniveau wurde durchgeführt. Es konnte gezeigt werden, dass die Epiphytenregion eine Saisonalität der Schabenfauna aufweist, die an die Trocken- und Regenzeiten angepasst sind. Während der Trockenzeit konnten deutlich weniger Individuen nachgewiesen werden, mit Beginn der Regenzeit stiegen die Fangzahlen wieder deutlich an. Trotz fehlender Überflutung konnte auch auf der Terra firme eine Saisonalität im Jahresverlauf der Schabenfauna feststellen werden. In der Trockenzeit waren weniger Schaben aktiv, mit Beginn der Regenzeit war auf der Terra firme wieder eine steigende Aktivität der Schaben zu verzeichnen. Damit konnten gleichzeitig die Ergebnisse von WOLDA & FISK (1981) bestätigt werden. Die ungeflügelten Arten scheinen eine morphologische Anpassung an den Lebensraum der Terra firme entwickelt zu haben. Während nur geflügelte Arten im Bodenbereich des Igapó zu finden waren und sich aktiv in diesem vermehren, so pflanzen sich Arten mit reduzierten/fehlenden Flügeln im Kronen-/Epiphytenbereich oder Festland fort. Als Beispiel für die Untersuchungsflächen diente die „Urschabe“. Diese war überwiegend auf der Terra firme zu finden. Lediglich Irrläufer von flugunfähigen Arten gelangen bei Wanderungen in den Igapó. Zur Erfassung der Arten wurden verschiedene Fallentypen verwendet. Die effektivste Falle für den Fang von adulten Schaben ist der Boden-Photoeklektor, da diese deutlich einfacher zu bestimmen sind (Es fehlen Bestimmungsschlüssel für die Lavenstadien der Schabenarten). Für diesen Fallentyp wurde die höchste Dichte an Adulti in beiden Untersuchungsgebieten nachgewiesen, für Larven wäre es der Baumeklektor, wenn man quantitative Ergebnisse zur Aussage über die Dichten erzielen möchten. Alle Fangmethoden in Kombination in einem Gebiet erlauben jedoch erst eine vollständige Inventarisierung des Gebietes. So konnten die bodenbewohnenden Arten durch Baumeklektoren nicht nachgewiesen werden. Die Arten der Gattung Riatia sind in beiden Untersuchungsflächen in unterschiedlicher, aber jeweils höchster Dichte vertreten. Sie sind Vertreter der migranten Bodentiere, die zwei Varianten der Überlebensstrategien, je nach Entwicklungsstand der Individuen bei Beginn der submersen Phase aufweisen: „temporär vertikales ausweichen“ und „temporärer Ausflug“. Diese ökologische Plastizität wird hier erstmals für Blattodea nachgewiesen. Die Gattung Riatia vermehrt sich im Igapó bivoltin. Erstmalig wird die Phänologie dieser Gattung diskutiert. Ihre vermutliche Lebensweise wird kurz besprochen. Die Vermehrung findet bei Epilampra ovovivipar statt. Die Gesamtentwicklung entspricht dem Zeitraum der emersen Phase. Es treten zwei Generationen pro Jahr auf. Die Imagines fliegen aus dem Wald aus, während die Larven vermutlich vor dem Wasser herlaufen. Fänge auf der Terra firme wurden nicht gemacht. Ein weiterer Vertreter der Blaberidae: Pycnoscelinae wird besprochen und Ähnlichkeiten in der Entwicklung zu Epilampra cf. irmleri festgestellt. Es handelt sich bei den beiden Arten um migrante Bodentiere, die beide zwei Überlebensstrategien entwickelt haben, die vermutete horizontale Wanderung und den temporären Ausflug. Die Beschreibung der neuen Arten ist im Anschluss an diese Arbeit vorgesehen.