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Thesis

Quantitative Analyse der saisonalen Entwicklung von Weidegängern und Periphyton im Längsverlauf eines Mittelgebirgsbaches

MPS-Authors
http://pubman.mpdl.mpg.de/cone/persons/resource/persons56685

Gergs,  René
Limnological River Station Schlitz, Max Planck Institute for Limnology, Max Planck Institute for Evolutionary Biology, Max Planck Society;

http://pubman.mpdl.mpg.de/cone/persons/resource/persons56586

Becker,  Georg
Limnological River Station Schlitz, Max Planck Institute for Limnology, Max Planck Institute for Evolutionary Biology, Max Planck Society;

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Citation

Gergs, R. (2004). Quantitative Analyse der saisonalen Entwicklung von Weidegängern und Periphyton im Längsverlauf eines Mittelgebirgsbaches. Diploma Thesis, Albert-Ludwigs-Universität, Freiburg.


Cite as: http://hdl.handle.net/11858/00-001M-0000-000F-C7A9-D
Abstract
Zusammenfassung 1. Von Ende Mai bis Mitte Oktober 2003 wurden im Breitenbach, einem Mittelgebirgsbach, bei Schlitz (Hessen) quantitative Proben von Makrozoobenthos (2 Probenstellen) und epilithischem Periphyton (3 Probenstellen, bis Mitte November) genommen. Dabei wurden 10 Arten als Weidegänger identifiziert, darunter die 6 Trichopteren Agapetus fuscipes, Apatania fimbriata, Drusus annulatus, Micrasema longulum, Silo pallipes und Tinodes rostocki, die 3 Ephemeropteren Ecdyonurus macani, Baetis rhodani und Baetis vernus und die Gastropodenart Ancylus fluviatilis. 2. Es zeigten sich deutliche Unterschiede in der Zusammensetzung der Grazergemeinschaft an den beiden quantitativ beprobten Stellen „Haus A“ und „Unterlauf“. Im oberen Bachabschnitt („Haus A“) dominierten die Arten A. fuscipes, B. vernus und D. annulatus, im unteren Bachabschnitt („Unterlauf“) die Arten T. rostocki, B. rhodani und B. vernus. Im mittleren Bachabschnitt („Haus C“) konnte beobachtet werden, dass A. fluviatilis im Sommer wohl einen großen Teil der Biomasse stellte. 3. Das saisonale Verteilungsmuster der Grazer wies an der Probenstelle „Haus A“ eine Lücke in der Trichopterenbesiedlung im Frühsommer auf. Nur D. annulatus und S. pallipes waren auch im Frühsommer in geringer Zahl vorhanden. Zu dieser Zeit dominierte B. vernus mit einem Maximum der Abundanz von 3.000 Individuen/m² Ende Juni. B. rhodani hatte mit maximal 600 Individuen/m² Mitte Juli eine schwächer ausgeprägte Sommergeneration nach dem Maximum von B. vernus. Ab Ende Juli trat A. fuscipes erneut auf und war im oberen Bachabschnitt mit einem Abundanzmaximum von etwa 13.000 Individuen/m² Mitte September der dominierende Weidegänger. 4. An der Probenstelle „Unterlauf“ gab es eine schwache zeitliche Trennung der Präsenz von Trichopteren und Baetiden. Die Entwicklungsperiode der dominanten Trichoptere T. rostocki mit einem Maximum der Abundanz von 5.000 Individuen/m² Ende Juli überlappte mit der Entwicklungsperiode der Baetiden. B. vernus entwickelte sich mit einer Abundanz von maximal 1.000 Individuen/m² Anfang Juni, gefolgt von B. rhodani, die wahrscheinlich 2 Sommergenerationen mit einer Abundanz von durchschnittlich 1.500 Individuen/m² von Anfang Juni bis Mitte Juli bildete. 5. Die Periphytonquantität an den Probenstellen „Haus A“ und „Unterlauf“ zeigte innerhalb des beprobten Zeitraums nur geringe Unterschiede. Bei der Probenstelle „Haus A“ war ab Mitte August ein Rückgang der Periphytonmenge auf eine Chl-a–Konzentration von 2,5 µg Chl-a/cm² und ein AFTG von etwa 0,5 mg/cm² zu verzeichnen, während die Periphytonmenge im „Unterlauf“ bei einem Niveau von etwa 5 µg Chl-a/cm² und um 1 mg/cm² relativ konstant blieb. Der mittlere Bachabschnitt unterschied sich deutlich von den beiden anderen Stellen durch ein Maximum des Periphytons im Juni und Juli mit einer Chl-a–Konzentration von über 10 µg Chl-a/cm² und einem AFTG von 2,5 mg/cm². 6. Die Zusammensetzung des Periphytons war an den Probenstellen „Haus A“ und „Haus C“ recht ähnlich. An beiden Probenstellen waren vor allem im Sommer vermutlich Cyano-bakterien und Diatomeen häufig. Die Probenstelle „Unterlauf“ unterschied sich durch ein relativ hohes Vorkommen von Grünalgen über die gesamte Zeit der Beprobung deutlich von den beiden anderen Probenstellen. 7. Das Periphyton wurde im oberen Bachabschnitt wahrscheinlich durch das Weiden der Trichopteren maßgeblich kontrolliert. Dabei übte D. annulatus aufgrund der über den gesamten Probenzeitraum hohen Biomasse, meist zwischen 700 und 1.200 mg/m², vermutlich einen konstanten, starken Druck aus. Die geringe Periphytonabundanz im späten Frühjahr und Herbst war wahrscheinlich durch Weiden der Larven von A. fuscipes, die mit einer hohen Abundanz auftraten, bedingt. Im unteren Bachabschnitt schwankte die Gesamtbiomasse der Grazer nur wenig um etwa 600 mg/m² und war damit im Mittel geringer als bei „Haus A“, was auf einen konstant niedrigen Grazerdruck schließen lässt. 8. Eine Abhängigkeit der räumlichen Verteilung von der Strömungsgeschwindigkeit war nur bei den jungen Larven von A. fuscipes vorhanden. Deren Abundanz und Biomasse korrelierte negativ mit der Strömung. Die älteren Larven des Frühjahres zeigten eine derartige Abhängigkeit nicht, wahrscheinlich aufgrund der durch die geringe Schüttung im Jahr 2003 resultierenden niedrigen Strömungsgeschwindigkeiten. 9. Steuernde Faktoren für die Verbreitungsschwerpunkte der Weidegänger könnten die Änderung der Wassertemperatur mit zunehmender Fliessstrecke, die unterschiedliche Zusammensetzung des Periphytons im Längsverlauf des Breitenbaches oder eine potenzielle Konkurrenz der Weidegängerarten um Nahrungsressourcen sein.