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Bericht

Koordination und Evolution: Technische Standards im Prozeß der Entwicklung technischer Systeme

MPG-Autoren
http://pubman.mpdl.mpg.de/cone/persons/resource/persons41291

Schmidt,  Susanne K.
Institutioneller Wandel im gegenwärtigen Kapitalismus, MPI for the Study of Societies, Max Planck Society;

http://pubman.mpdl.mpg.de/cone/persons/resource/persons41329

Werle,  Raymund
Wissenschaft, Technik und Innovationssysteme, MPI for the Study of Societies, Max Planck Society;

Externe Ressourcen
Volltexte (frei zugänglich)

mpifg_dp92_8.PDF
(beliebiger Volltext), 18MB

Ergänzendes Material (frei zugänglich)
Es sind keine frei zugänglichen Ergänzenden Materialien verfügbar
Zitation

Schmidt, S. K., & Werle, R.(1992). Koordination und Evolution: Technische Standards im Prozeß der Entwicklung technischer Systeme. Köln: Max-Planck-Institut für Gesellschaftsforschung.


Zitierlink: http://hdl.handle.net/11858/00-001M-0000-0012-5AE1-2
Zusammenfassung
Evolutionstheoretische Erklärungen technischer Entwicklung haben in der letzten Zeit an Stellenwert gewonnen. Die vorliegende Arbeit sieht zwei Schwachstellen dieser Ansätze. Zum einen fehlt eine über stochastische Prozesse hinausgehende Erklärung der Entstehung von Varianz. Zum anderen wird die Rolle intentionaler Handlung im Mechanismus der Umweltselektion übergangen. Anhand von Beispielen aus der Telekommunikation und dem Computerbereich wird in diesem Papier aufgezeigt, wie Innovationen in größeren technischen Systemen sehr spezifischen Selektionsprozessen unterworfen sind. Neben ökonomischen Faktoren sind kognitive Elemente von Bedeutung. Mit der Zunahme großtechnischer Systeme werden Regeln des Aufbaus und der Gestaltung zunehmend als Standards kodifiziert und in übergreifende Architekturkonzepte eingeordnet. Sie können als Versuch von Akteueren gedeutet werden, das Ausmaß von technischer Varianz zu kontrollieren und so die bestehende Unsicherheit über die weitere Entwicklung des Systems zu reduzieren. Die Form sozialer Koordination zwischen den beteiligten Akteuren wirkt sich dabei direkt auf die Art der kognitiven Strukturierung aus. Das Papier zeigt auf, daß sich soziale Koordinationsmuster und technsiche Systemarchitekturen gegenseitig bedingen und wechselseitig stabilisieren.
Evolutionary explanations of technological developrnent have gained in irnportance in recent years. The paper argues that there are two shortcornings of these approaches. Firstly, they lack to account for the genesis of different variants other than through stochastic processes. Secondly, they neglect the role of strategic action in the rnechanisrn of environrnental selection. Drawing on exarnples frorn telecornrnunications and cornputing, the paper exernplifies how innovations in large technical systerns contexts are shaped by very specific selection processes. Next to econornic factors cognitive elernents are significant. With the proliferation of large technical systerns, rules of construction and design are increasingly codified as standards, and ordered in comprehensive architectural concepts. They can be interpreted as the attempt of actors to control the degree of technical variance and thus to reduce the existing uncertainty of the further development of the system. The form of social coordination among the involved actors is directly relevant for the kind of cognitive structure. The paper shows that patterns of social coordination and technical architectural concepts are interdependent and stabilize each other.